Ziele: In der Gruppe der Jugendlichen von 8- 14 Jahren zielt ein strukturiertes sportliches Konzept nach den neusten Standards der Trainingslehre darauf ab, den Jugendlichen in den motorischen Grundfertigkeiten Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination zu individuellen Leistungssteigerungen zu verhelfen. Im gemeinsamen Aufwärmen miteinander werden diese Bereiche in unterschiedlichen Organisationsformen trainiert und ein weites Spektrum der Bewegungserfahrung geboten. Gerade in der heutigen Zeit, in der die Zahlen von Übergewicht und Haltungsschäden bereits in der Grundschule ein bedrohliches Maß erreichen, ist ein gezieltes präventives Training im Bereich der Kraft und Ausdauer von besonderer Bedeutung. Natürlich gehört auch in der Gruppe der Jugendlichen zum gemeinsamen Aufwärmen immer noch ein spielerischer Aspekt, so dass Bewegungs- und Kampfspiele das Aufwärmtraining abrunden und den Jugendlichen die Möglichkeit geben, erste Erfahrungen im Mit- und vor allem auch verantwortungsbewussten Gegeneinander zu sammeln. Aus fachsportlicher Sicht trainieren die
Jugendlichen bereits fast das
ganze Spektrum der Sportart Jiu-Jitsu. Einzig die Verteidigung gegen
bewaffnete
Angreifer ist den Erwachsenen vorbehalten und wird erst ab dem 14.
Lebensjahr
unterrichtet. So lernen die Jugendlichen in den
Anfängergruppen zunächst die
Fall- und Laufschule, in der alle später in den Abwehren immer
wieder
verwendeten Fall-, Roll-, Schlag-, Tritt- und Blocktechniken vorkommen.
Dabei
wird besonderer Wert auf eine saubere Grundschule, sprich Fall- und
Laufschule,
gelegt, damit alle Techniken bereits im Anfängerbereich
technisch sauber
erlernt werden. Neben den großen Bereichen der Fall- und
Laufschule in der
Grundschule werden auch erste Würfe erlernt, und auch
spielerische Wurfrandoris
und Bodenkämpfe, wie beispielsweise beim Judo,
durchgeführt. Der andere große Bereich im Training der
Jugendlichen ist der Bereich
der Abwehren. Hierbei werden Abwehren gegen Angriffe aller Art
trainiert und
den Verteidigern verschiedene Möglichkeiten geboten, einem
Angriff auszuweichen
und den Angreifer mit einem gezielten Schlag, Tritt oder für
das Jiu-Jitsu
typischen Hebel unter Kontrolle zu bringen. Dabei wird stets die
Einhaltung des
Notwehrparagraphen bei der Härte der Abwehren beachtet, so
dass es nicht zu
unnötigen oder übertrieben gewalttätigen
Abwehren kommt. Damit man sich unter Angriffen etwas vorstellen
kann, möchten wir hier
einige Angriffsarten nennen, beispielsweise: Würgeangriffe (im
Stand von allen
Seiten, am Boden, an der Wand), Handgelenkfassen, Schlag- und
Trittangriffe,
Umklammerungen oder auch Schwitzkastenangriffe. Die Abwehren basieren
dabei
stets auf dem für das Jiu-Jitsu typischen Konzept des
„Nachgeben, um zu siegen“,
wobei sich der Verteidiger die Kraft des Angreifers zu Nutze macht,
diese durch
gezieltes Ausweichen oder Abblocken bricht und so den Angreifer
schließlich
durch eine effiziente Technik unter seine Kontrolle bringen kann. In der Gruppe der fortgeschritteneren Jugendlichen
werden häufig auch
halbjährige Trainigsschwerpunkte gesetzt, wie beispielsweise
Wurfkampf, freies
Kämpfen mit Schlägen und Tritten oder auch den
für das Jiu-Jitsu
charakteristischen Freikampf. Dieser befindet sich ab den
fortgeschrittenen
Gürtelgraden im Programm und soll den Teilnehmern ein
realistisches Empfinden
über die Wirkungsweise und das Können der einzelnen
Techniken vermitteln.
Hierbei greifen mehrere Angreifer in einer unbekannten Reihenfolge an, und der Verteidiger muss nun
möglichst mit dem
bereits Erlernten darauf Situationsgerecht reagieren. Sonst noch wichtig zu Wissen über die
Kampfsportart Jiu-Jitsu ist, dass
es sich hierbei um keine Wettkampfsportart, sondern um reine
Selbstverteidigung
handelt. Wir nehmen daher auch an keinen Wettkämpfen teil,
sondern versuchen
ein möglichst realistisches, effizientes und für
jeden praktikables Jiu-Jitsu
zu unterrichten. Natürlich gibt es wie bei anderen
Kampfsportarten auch ein
Gürtelgradsystem, nach welchem die Jugendlichen nach einem
festgelegten
Programm jedes halbe Jahr eine Prüfung ablegen
können, sofern das Programm
beherrscht wird. Hierbei erlangen sie jeweils einen neuen
Gürtel, der den
momentanen Stand ihrer Fertigkeiten ausdrückt. Allerdings geht es beim Jiu-Jitsu nicht nur um das Erlangen von Gürtelgraden, sondern viel mehr auch darum im gegenseitigen Mit- und Gegeneinander die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen, dem Partner und den Mitmenschen mit Respekt und Achtung zu begegnen, mit Geduld und Disziplin bei der Sache zu sein und sich so nicht nur physisch, sondern auch psychisch weiterzuentwickeln.
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